Neuigkeiten
Die taz und ihr Kampfhundgott
08.06.2010[2]
Euer Kampfhund-Gott Wotan?Liebe taz, zu euren Gunsten darf man annehmen, dass ihr den berühmten tausend Affen an den berühmten tausend Schreibmaschinen in eurer Redaktion einfach nicht genügend Zeit gelassen habt. Oder dass sie zu sehr mit dem nächsten Artikel über neofaschistische Äußerungen im Vorstand des Kleinniederloheler Gartenvereins "Sonnenfroh" beschäftigt waren. Verzeihen kann man auch vorerwachsene Ausfälle wie na na na und weeeeh. Unter Satire versteht ihr pubertäre Zickigkeit? Kein Ding.
Nicht mehr verzeihen kann man eure schamlose Uninformiertheit, eure Verweigerung und euer Desinteresse gegenüber allem, was nicht in eure blutrote Butterkuchenwelt passt, und, am allerschlimmsten, die epische Überheblichkeit und Arroganz, mit der ihr eure unfundierten Meinungen verbreitet wie Ratten die Pest.
Kampfhund-Gott Wotan. Das sitzt. Ein Paradebeispiel für die Mentalität eurer Zeitung und eurer Zielleserschaft, die hasst und schasst was sie nicht kennt und niemals kennen will. Ihr wollt die Guten sein? Die aufgeschlossenen, toleranten und fröhlichen Kämpfer für eine bessere Welt? Heuchler und Lügner seid ihr, und das so offen und offensichtlich, das einem angst und bange werden kann. Ihr seid nie verlegen um die Ausrede des zweckheilenden Mittels in eurem heiligen Krieg gegen Nazigespenster im Neuheidentum und überall. Ihr seid Wölfe im Schlangenpelz.
Und wie allegorisch, dass ausgerechnet ihr Linksalternativen Wodan, ein Symbol von Wissen und Weisheit auf den Aspekt reduziert, den er über tausend Jahre vor seiner Göttervaterrolle verkörperte, als Wode, Anführer des wütenden Heeres der Gefallenen. Verfahrt ihr nicht genauso mit denen, die sich nicht eurer Denkweise ergeben? Reduziert ihr nicht genauso jeden sich eurer Weltanschauung verweigernden Menschen auf ein obskures Nachbeben unserer Vergangenheit? Ist die Welt für euch nicht voller "Scheißnazis", voller Geisterheere? Der Kampfhundgott, der Gott der Beißreflexe und ideologischen Tollwut, ist euer Idol mehr als irgendjemand anderes.
Der letzte Anfall von Vollidiotie in eurer sogenannten Glosse verleiht ihr einen würdigen Abschluss. "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da will ich mitten unter euch sein" ist mitnichten aus der Edda oder einer anderen altheidnischen Schrift, sondern aus Matthäus 18,20, also ungefähr dem letzten Ort, in dem sich irgendein Zitat Wotans finden ließe.
Wenn ihr einmal zur Abwechslung zu einem Thema recherchiert und der Edda einen Blick gegönnt hättet, wäre euch vielleicht ein Vers aufgefallen, der sich an eurer Redaktionswand gar prächtig machen würde:
Der Unweise, der zu andern kommt, halte stets sich still: Niemand merkt, dass er nichts versteht, wenn die Zunge er zügeln kann. [1]
Auf tausend schweigende Affen,
Brautingi
08.06.2001n.Hr.
Quellen:
[1] Hávamál, 21; Die Edda nach Felix Genzmer, Heinrich Hugendubel Verlag München, 2006
[2] → Verboten; die Tageszeitung, www.taz.de, 7. Juni
Neuer Komik: Al-Jokey
27.05.2010Julzeit 4/4 - Die Rückkehr des Lichts
02.04.2010Julzeit 4/4
Die Rückkehr des Lichts
Es ist Ostern, der Winter verabschiedet sich endgültig und macht dem Beginn des neuen Jahreszyklus Platz. Zeit, den letzten Teil von Balders Geschichte zu erzählen.
Die alte Welt ist im Ragnarok untergegangen und hinterließ nach dem langen Fimbulwinter nichts als verbrannte Erde und verdampfte Überreste aller Wesen Jotunheims, Asgards, Wanaheims und Midgards. Fast alle Riesen, Götter und Menschen wurden vernichtet. Überlebt haben nur wenige: Zwei Menschen namens Lif und Lifthrasir (Leben und Lebenskraft), Odins Bruder Vil, seine Söhne Vidar (der Waldgott) und Vali sowie Thors Söhne Magni und Modi. Doch noch zwei andere Götter stehen an der Spitze der neuen Welt: Baldr und Hodr, die beiden Brüder, die gemeinsam und versöhnt aus Hel auferstanden. Unter ihrer Führung trägt der Weltenbaum wieder Blätter und die neun Welten erstrahlen im neuen Glanz. Alles unreine wurde in der alten Welt zurückgelassen.
Die Ragnaroksage ist die Interpretation des (europäischen) Naturkreislaufs durch Menschen, die die Härte und Kälte der Wintermonate noch am eigenen Leib erfahren mussten und für die die erste Frühlingssonne, das Licht Baldrs, wie eine Erlösung und Erleichterung schien. Die Zeit der körperlichen Entbehrungen (und vielleicht auch Todesangst) war nun vorerst vorbei. Baldrs Rückkehr verhieß eine neue Chance und Optimismus für das kommende Jahr. Es ist ein Glücksgefühl natürlichen (und damit göttlichen) Ursprungs, und den Menschen aus nördlichen Breitengraden selbst heute ganz und gar nicht fremd.
Wir erleben nun diese kurze und verlockend euphorisierende Zeit nach dem Ragnarok, in der die neue Welt rein und unschuldig erscheint und nur darauf wartet, dass wir, Götter und Menschen, das beste aus ihr machen und riesischen Mächten, sofern sie überlebt haben, mit aller Kraft entgegentreten. Alte Bürden ablegen, einen Neuanfang wagen, das ist unsere heidnische Pflicht.
Und genauso ist es unser heidnischer Fluch, dass das Weltendrama seinen unaufhaltbaren Verlauf nehmen wird, dass unser Kampf gegen die Riesen in einem erneuten Untergang enden wird. Und ist es nicht die Unterlegenheit zu den Riesen, so ist es Lokis Zerstörungswahn, der das Rad der Zeit zu Ende drehen wird. Wir haben keine Wahl, genauso wenig, wie wir den Wechsel zu Sommer, Herbst und schließlich Winter verhindern können. Baldr, alles Schöne, wird sterben, doch er wird zurückkehren. Die Julsage spiegelt diesen natürlichen Kreislaufs und die ihn ihm versteckte Hoffnung wieder.
Was ist die Botschaft der germanischen Brauchtümer und Sagen um das Julfest? Odin erfährt von der Volva aus erster Hand, dass die Welt untergehen wird, es ist nur eine Frage der Zeit. Genau diese Variable versucht er zu manipulieren. Odin erschafft mit seinen Brüdern die Menschen und setzt sie in die entbehrungsreiche Welt Midgard, damit sich die besten von ihnen im Kampf, der das Leben ist, behaupten können und zum großen Heer Valhalls stoßen. Was die Götter allein nicht schaffen, sollen die Menschen erreichen: Das Blatt wenden in der letzten großen Schlacht gegen die Riesen, um den Weltuntergang zu verhindern oder wenigstens hinauszuzögern. Diese und keine geringere Aufgabe hat Odin den Menschen zugedacht, trotz der Verzweiflung der Gewissheit, dass sich das Unvermeidbare nicht verhindern lassen wird.
Aus dem gleichen Grund müssen jedem Toten die Nägel geschnitten werden, da das Heer der Riesen sich aus diesen Nägeln das Schiff Naglfar bauen wird, um zur letzten Schlacht zu reisen.
Odin leuchtet in der Julgeschichte als unser Vorbild: Nach dem Höchsten streben, selbst im Angesicht des Unvermeidbaren den Mut nicht sinken lassen und stets die Selbstverbesserung und Selbstreinigung im Auge behalten, auf dass sich das Zeitenrad noch ein wenig langsamer drehen möge. Es gilt auch, Lokis destruktiven Einfluss zu bekämpfen, zum Schutz Baldrs.
Die germanischen Feiertage, Weihnachten, Silvester und Ostern, sowie ihre Bräuche und Traditionen sollten dabei nicht ermahnen oder züchtigen. Ebensowenig sollen sie ihre Botschaft in uns hineinhämmern oder aufzwingen. Das Sonnenrad anzuzünden, den Julbaum zu schmücken, Silvester zu feiern und Eier im jungen Grün zu verstecken dienen allein dem Zweck, ohne den wir diese Bräuche nie ausüben würden: Spaß haben, und vielleicht sogar eine innere versteckte Freude empfinden beim Leben und Erleben alter Sitten, deren Ursache und Botschaft in uns stecken seit so langer langer Zeit.
Frohe Ostern, god påske und einen sonnigen Start in ein frisches Midgard,
Brautingi
02.04.2001n.Hr.
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Neue Illustration: Våren
31.03.2010
Reimar und Juliane - Der Film
13.03.2010Neuer Komik: Der Einbürgerungstest
18.02.2010
Frisch vom Tisch: Ein Siebenseiter über die Freuden, Deutscher Staatsbürger zu werden.Ich habe einige Anfragen wegen des vierten Teils zu "Julzeit" bekommen. Der Teil handelt von Balders Rückkehr, also dem Frühling, deswegen habe ich ihn an den Frühlingsbeginn verschoben. Dürfte bald soweit sein ;)
Neuer Komik: 60 Jahre BRD
17.02.2010Neue Illustration
07.02.2010
Frisch vom Fließband: Wer ist hier dick?Und weil der Stift grad warm ist:Odin beim Zaubern seines Seidenwerks. Rock'n'Roll!
Neuer Komik: Essmacken
30.12.2009
Noch ein höchst unpolitischer Komik. Ein Tribut an die fantastischen Pickelhaubenquallen von Kollege Wiesonur.Neuer Komik: Stangenspargel
23.12.2009Julzeit 3/4 - Balders Tod
21.12.2009Wer ist dieser Baldr, über den nur eine Sage existiert und die auch noch fatal für ihn ausgeht? Snorri schreibt:
Ein zweiter Sohn Odins ist Balder, von dem nur Gutes zu berichten ist. Er ist der beste und alle rühmen ihn. Er ist von Gestalt so schön und hell, dass von ihm ein Leuchten ausgeht. [...] Er wohnt an dem Ort, der Breidablik heißt; der ist im Himmel. An diesem Ort kann nichts unrein sein.
Breidablik bedeutet Breitglanz. In der Grímnismál steht dazu in der zwölften Strophe:
Breitglanz heißt der siebente,
dort hat Balder sich
die Halle hingebaut;
auf jener Flur,
der Freveltat
nimmer nahen mag.
Baldr ist der Gott des Lichts und der Reinheit. Er steht für Schönheit und Glanz, für den Sommer, die langen Tage und die hohe Sonne, deren Strahlen sein langes blondes Haar sind. Als Symbol für Schönheit ist Baldr bei allen Wesen beliebt, Götter, Menschen, Tiere, Alben, Zwerge und sogar Riesen. Umso tragischer ist die Geschichte seines Todes, der noch dazu nicht unwartet kommt.
Seit einiger Zeit plagen Balder Alpträume über seinen eigenen nahenden Tod. Óðinn sattelt darauf sein Pferd Sleipnir und reitet ins Totenreich Hel, um eine Vǫlva, eine Seherin, nach der Zukunft zu befragen. Die Vǫlva bestätigt die schlimmen Vorahnungen und sagt den Mord an Balder durch seinen blinden Bruder Hǫðr (Kapuze, engl. hood) voraus. Sie schickt Óðinn wieder heim:
"Reit nun heimwärts!
Des Ruhmes sei froh!
So komme künftig
keiner mir nah,
bis Loki den Leib
löst aus Banden
und der Rater Schicksal
zerschmetternd naht.
Das Schlusswort ist eine Anspielung auf das Ragnarǫk (Rater = Götter), dessen erstes Vorzeichen Baldrs Tod ist. Nach dieser schlimmen Nachricht lässt Frigg, Baldrs Mutter, von allen belebten und unbelebten Dingen auf der Welt Eide schwören, dass die Baldr niemals schaden zufügen werden. Feuer, Wasser, alle Metalle und Steine, die Erde, die Bäume, alle Krankheiten, alle Vierfüßler, Vögel und Giftschlangen geben ihr Versprechen ab. Mit einer Ausnahme: Ein Mistelzweig scheint Frigg noch zu jung, um ihm einen Eid abzuverlangen.
Hierauf machen sich die Asen ein Spaß, mit allen möglichen Gegenständen und Waffen nach Baldr zu werfen und auf ihn einzuschlagen. Doch Loki, der verschlagene Intrigengott, bringt das Geheimnis um den Mistelzweig in Erfahrung. Er holt den Zweig und gibt ihm dem blinden Hǫðr in die Hand, damit dieser damit auf seinen Bruder Baldr schießen kann. Hǫðr trifft, Baldr wird durchbohrt und getötet.
Nach seiner Beisetzung beauftragen die verzweifelten Asen den mutigen Hermóðr (Heermut), einen weiteren Bruder Baldrs, nach Hel zu reiten und der Herrin der Unterwelt Lösegeld für ihn anzubieten. Diese stellt die Bedingung, dass alle Wesen und Dinge auf der Welt Baldrs Tod beweinen müssen. Ansonsten würde sie ihn nicht freilassen.
Dies stellt sich zunächst als kein Problem heraus. Nicht nur Menschen, Tiere, Alben, Zwerge und Riesen beweinen den ewigen Verlust des Reinen und Schönen, sondern auch Steine, Holz und Metall. Die ganze Welt versinkt in tiefster Trauer und einem Vorhang aus Tränen. Alle beteiligen sich, bis auf eine Riesin namens Þǫkk (Zufriedenheit), die sich der Trauer konsequent verweigert. Sie sagt:
Mit trockenen Tränen
wird Thökk beweinen
des Odinssohns Ende.
Nicht tot noch im Leben
tat der Bursche mir Gutes:
Hel behalte, was sie hat.
Þǫkk ist in Wahrheit der verkleidete Loki, der so die letzte Chance auf Baldrs Rückkehr zunichte macht.
Dies ist die Geschichte als Zusammenfassung. Es ist nicht schwer, hier den Hintergrund des germanischen Julfestes zu erkennen. Baldr ist das personifizierte Licht des Sommers, dem nichts und niemand etwas anhaben kann, außer der Dunkelheit selbst, verkörpert durch den blinden Hǫðr. Nach Baldrs Tod verschwindet der Sommer unter die Erde, die Tage werden kürzer und die Sonne steht immer tiefer und leuchtet immer schwächer. Das Licht stirbt, der Jahreszyklus bzw. die Welt neigt sich ihrem Ende endgegen. Baldrs Tod ist allerdings nur dessen Vorzeichen, er verursacht vorerst nur Trauer und Verzweiflung, nicht die Schrecken des Ragnarǫks.
Besonders interessant wird die Sage im Detail. Hǫðr steht für die Dunkelheit und ist mit Baldr verbrüdert. In den Brudermord wird er nicht freiwillig getrieben, nur durch die List des destruktiven Loki begeht er diese Tat. Loki verkörpert sowohl die ungebremste Neugierde, als auch das zerstörerische Feuer. Durch seine Experimentierlust, mit der er den Göttern oft Unglück bringt, testet er das Gerücht um den Mistelzweig und bestätigt damit seine Rolle als wahrer Gegenspieler Baldrs. Nicht die Dunkelheit, sondern die zerstörerischen Flammen sind der wahre Feind des Lichts, in diesem Fall des göttlichen. Hier zeigt sich wieder einmal die Komplexität der Botschaften in heidnischen Märchen, die nur seltenst in das primitive Gut-Böse-Schema zu pressen sind.
Für Baldr verrichten die Asen eine Feuerbestattung auf See, wie für Edelleute üblich, zu der alle Wesen anwesend sind. Allerdings schaffen sie es nicht, das große Schiff Hringhorni vom Strand zu bewegen. Sie rufen deshalb die Riesin Hyrrokkin, die das Schiff mit einem Stoß ins Wasser wuchtet. Durch die rohe Kraft stieben Funken aus den Walzen und das Land erbebt, worüber Þórr, der Riesenjäger, wütend wird und die Riesin beinahe erschlägt. Die anderen Asen halten ihn davon ab.
Vor Trauer stirbt Baldrs Frau Nanna, die mit Baldr auf das Schiff gelegt wird. Óðinn legt den Ring Draupnir (Tröpfler) dazu und flüstert seinem toten Sohn geheimnisvolle Worte ins Ohr. Das Schiff wird angezündet und von Þórr abgestoßen. Dabei wird der Zwerg Litr von Þórr in das Feuer getreten. Ob mit Absicht oder nicht, ist nicht klar.
Baldrs Schiff Hringhorni ist so gewaltig, dass es nur von einer Riesin ins Meer gestoßen werden kann. Dabei schlagen Funken und die Erde erbebt, ein weiteres Vorzeichen des Ragnarǫks. Darauf weißt auch der Name des Schiffes hin. Ringecke oder Ringkante bedeutet, dass im Weltenzyklus eine Grenze erreicht ist und das Schicksal der Welt nun eine neue Wendung erfährt. Baldrs Schiff ist die Erde selbst.
Baldrs Frau Nanna stirbt aus Trauer und wird mit ihm bestattet, genauso wie der Zwerg Litr, der unfreiwillig ins Feuer gestoßen wird. Nanna steht für die blühende Flora, Litr (Farbe) für die hellen Sommerfarben. Beide müssen verschwinden, wenn Balder, das Licht, nicht mehr ist.
Nach dem gescheiterten Versuch Hermóðrs, Baldr und Nanna aus der Unterwelt freizukaufen, gibt Baldr ihm für die Asen den Ring Draupnir mit. Dieser Ring besitzt von nun an die Eigenschaft, dass ihm alle neun Tage acht neue gleich große Ringe abtropfen, ein eindeutiges Fruchtbarkeitssymbol. Nanna schickt Frigg und Fulla, die Muttergöttin und die Göttin des Ackerbaus, einen Teppich (Blumenteppich?) und einen Ring (Symbol für die Zeit). Diese drei Geschenke dienen als Aufmunterung an die Asen, dass Baldr und mit ihm die fruchtbare Zeit wiederkehren werden.
Baldrs Tod bleibt nicht ungerächt. Loki wird gejagt und in Fesseln gelegt, von denen er sich erst zum Ragnarǫk wieder befreien kann. Hǫðr aber ist mit den Asen direkt verwandt und darf deswegen nicht ihrer direkten Blutrache unterliegen. Óðinn spricht mit der Vǫlva:
Odin:
"Schweig nicht, Wölwa!
Ich will dich fragen,
bis alles ich weiß;
weiter sag mir:
Wer heischt Rache
für Hödurs Tat,
bringt zum Brandstoß
Balders Mörder?"
Die Seherin:
"Rinda im Westsaal
Wali gebiert:
nicht wäscht er die Hand,
nicht kämmt er das Haar,
bis Balders Feind
auf dem Brandstoß liegt.
Rindr ist eine Riesin, ihr Name bedeutet die gefrorene Erde des Winters. Sie ist berühmt für ihr kaltes Gemüt und ihre Unnahbarkeit: Jeder Freier, der um ihre Hand erhält, wird von ihr abgewiesen. So ergeht es auch Odin, als er sie aufsucht um die Vohersage der Seherin zu erfüllen. Rindr weist ihn barsch ab und kann erst durch eine Liste Odins zur Heirat bewegt werden: Als sie krank ist, wird sie von ihm geheilt. Ihr Sohn ist Váli, der Auserwählte, der Hǫðr aufsucht und tötet. Baldr ist gerächt.
So wie Baldrs Tod (Tod des Lichts) ein Vorzeichen des Ragnarǫks ist, so ist Hǫðrs Tod (Tod der Dunkelheit) ein Vorzeichen der Auferstehung der Welt und der Rückkehr des Lichts. Nur durch Odins Geschick ist es möglich, die kalte Erde fruchtbar zu machen und sie Váli gebähren zu lassen, der das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit wiederherstellt. Hǫðr und sein Bruder werden in Hel bleiben und den Weltuntergang überstehen. In der neuen, geläuterten Welt werden sie versöhnt aufsteigen und Óðinn Platz an der Spitze einnehmen.
Davon im nächsten Teil "Die Rückkehr des Lichts".
Brautingi
21.12.2000n.Hr.
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Julzeit 2/4 - Alte Bräuche
06.12.2009Aus der Radsymbolik stammt die Tradition des Julkranzes aus Stroh oder grünen Zweigen, der mit vier Kerzen quasi entflammt wird. Die Kerzen werden nacheinander an den vier Tagen Freyas (Freitag) vor der Sonnenwende angezündet, als Remineszenz an das vergangene Jahr. In der Sonnwendnacht werde alle Lichter und Kerzen im Haus gelöscht, bis auf einer. Mit dieser wird eine fünfte Kerze in der Mitte des Julkranzes enzündet, von der aus alle vier drum herum angesteckt werden. Das Licht ist gestorben und wieder zurückgekehrt, um das neue Jahr einzuläuten.
In einigen Orten Deutschlands (zB. Lügde) existiert sogar noch der jährliche Osterräderlauf, bei dem ein brennendes Wagenrad einen Hügel heruntergerollt wird, als Symbol für die wiederkehrende Sonne. Dieses Ritual wurde früher auch an Weihnachten abgehalten.
Der Julbaum, an dessen Spitze zu Ehren Óðinns ein Speer befestigt wird, stammt ebenso aus heidnischer Tradition. Er symbolisiert Yggdrasill, den Weltenbaum, und damit die Ordnung der Æsir (Asen) in der neuen und alten Welt. Immergrüne Zweige im Haus dienen der Aussicht auf den kommenden Frühling, an sie werden verschiedene Gegenstände gehängt, zB. neun Kugeln als Symbol für die neun Welten, deren festigende Achse der Weltenbaum ist, sowie essbares aus der letzten Ernte als Opfer für ein ertragreiches neues Jahr. In der Ynglingssaga Snorris (Kap. 8) heißt es entsprechend:
Þá skyldi blóta í móti vetri til árs, en at miðjum vetri blóta til gróðrar [...]
Da sollte man opfern gegen den Winter für ein gutes Jahr, und zur Mitte des Winters für Wachstum [...]
Neben den Toten und den Alben statten auch die Götter den Menschen einen Besuch ab. Im weißen Mantel und mit weißem Bart kommt Heimdallr, Wächter an der Brücke zu Ásgarðr, und ermahnt die Menschen daran, im kommenden Jahr ihre Verpflichtung an Óðinn nicht zu vergessen. Diese Pflicht ist das Streben nach Selbstverbesserung und das Verrichten ehrenvoller Taten, durch welche allein der Mensch sich seinen Platz an der Seite der Æsir in Valhall verdienen kann. Der Jahreswechsel zur Julzeit ist das symbolische Ragnarok, im neuen Jahr (also in der neuen Welt) ist kein Platz für das Unreine. Daher auch die guten Vorsätze für das kommende Jahr, die einen von schlechten Angewohnheiten befreien sollen.
All dies sind uralte heidnische Bräuche zur Erinnerung an das Prinzip der ewigen Erneuerung. Um diesen Gedanken weiterzutragen erzählten sich die Germanen die Geschichte von Baldr, dem Lichtgott und schönsten der Æsir, der von seinem Blinden Bruder Höðr und dem Feuergott Lóki getötet wird. Sein Tod ist das erste Vorzeichen des nahenden Untergangs der Welt.
Davon im nächsten Teil "Balders Tod".
Brautingi
06.12.2000n.Hr.
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Odalismus
05.12.2009Nachtrag zu Andi 3
03.12.2009Die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung hat eine sehr interessante Rezension zu diesem Comic veröffentlicht. Sie kritisiert ua. die künstliche Konstruktion des politischen Links-Rechts-Schemas, um dem Staat ein einheitliches Feindbild von Extremisten zu ermöglichen. Unbedingt reinschauen: bszonline.de
Interessant auch, dass diese sozialwissenschaftlich fundierte Kritik erst mit Erscheinen von Andi 3 kommt und sich ausschließlich gegen diese Ausgabe richtet. Für die (gleiche) Kritik an Staatspropaganda gegen andere Gruppen hat die Objektivität wohl nicht mehr gelangt.
Julzeit 1/4 - Das Rad der Zeit
29.11.2009Das wichtigste Prinzip der heidnischen Philosophie ist: Alles ist der Zeit untergeordnet, und diese ist zirkulär.
Ob Tag und Nacht, Vollmond und Neumond oder Sommer und Winter. Das oberste Prinzip der Natur ist die ewige Erneuerung. Alles andere, Pflanzen, Tiere, Mensch und Wetter, sind lediglich Spielball dieser Zyklen. Die induktive Schlussfolgerung daraus war für den historischen Heiden der Glaube an die Wiedergeburt. Selbst der Kosmos und die Götter waren von diesem ewigen Kreislauf nicht ausgeschlossen: Die Skalden erzählen vom Ragnarok, dem Weltuntergang, und der anschließenden Wiedergeburt der Welt im neuen reinen Glanz unter der Führung des Lichtgottes Baldr. Das Weltall wurde als eine Art gigantisches Uhrwerk gesehen, in der sich unzählige kleine Zahnräder drehen, die alle auf dasselbe Ziel hinarbeiten: Die vollständige Rotation des Zeigers auf dem großen Ziffernblatt, das Universum.
Mit jedem dieser Zyklen und Unterzyklen ist eine Rundumerneuerung verbunden, eine vollständige Reinigung von allem unreinen und alten Ballast. Man erhält eine neue Chance, tritt in ein fortgeschritteneres Stadium seiner Existenz ein und kommt Ásgarð (dem Ort der ultimativen Reinheit) ein weiteres Stück näher. Dieses Konzept galt für kleine Kreisläufe genauso wie für große. Beispielsweise war damals Samstag der allgemeine Badetag, damit man den ersten Tag der neuen Woche (Sonntag) möglichst frisch began. Genauso wurden die Toten gewaschen, und ihre Nägel geschnitten, bevor man sie in ihren nächsten Lebenszyklus schickte. Oft wurden sie auch verbrannt, also durch das reinigende Licht Baldrs geschickt.
Symbol für diesen reinigenden Kreislauf ist die lebensspendende Sonne, die sich im Jahreszyklus selbst zu erneuern scheint. Hiermit ist der Wechsel von den immer kürzer werdenden zu den immer länger werdenden Tagen gemeint, die Wintersonnenwende. In der Mythologie wird die Sonne repräsentiert durch den Sonnenwagen, der von der Riesin Sól über den Himmel gezogen wird (siehe auch Sonnenwagen von Trundholm). Sie wurde bei der Erschaffung Miðgarðrs von den nach Ordnung strebenden Göttern (Æsir) an den Himmel gesetzt, um den Verlauf der Zeit zu ermöglichen. Sóls Reise steht für ewigen Kreislauf und stetigen Fortschritt, dessen uraltes Zeichen das sich im Uhrzeigersinn drehende brennende Sonnenrad ist.
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Quelle: http://www.wikipedia.org
Als Sonnensymbol ist das Rad im Norden seit der jüngeren Bronzezeit belegt. Das Wort Jul selber stammt von vom urgermanischen hwêlaz (Rad, Scheibe), und wurde ua. zum altnordischen hjól (oder jól), norwegischen hjul und englischen wheel, welche alle Rad bedeuten. Das friesische jolif (lustig) und englische jolly (froh, munter) stammen ebenfalls von diesem Wort und weisen bereits auf dessen weitergehende Bezeichnung als Feiertag hin.
Die vier Speichen des Julfestrades stehen für die vier Jahreszeiten. Seine vollständige Umdrehung markiert damit das Ende eines Jahres, wenn die Sonne ihren Tiefstand erreicht und die Nacht am kürzesten ist. Dies ist die Wintersonnenwende, oder Julzeit. Das Julfest ist also das Fest des Sonnenrades, wo wir den Beginn der länger werdenden Tage feiern und uns an die ewige Erneuerung erinnern. Dazu werden die Verstorbenen an den Tisch geladen, die Asen und Alben für ein gutes Jahr angerufen und generell eine gute Zeit mit der Sippe verbracht, was sich durch viele Bräuche und Traditionen bis heute erhalten hat.
Davon im nächsten Teil "Alte Bräuche".
Brautingi
29.11.2000n.Hr.
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Comics und staatliche Schutzimpfung
27.11.2009
Quelle: http://www.andi.nrw.de/
Im Zweifelsfall machen sie mit dem zerkauten Import-Mangastil, den klischeehaften Charakteren, schwachsinnigen Dialogen und nicht minder retardierten Handlungen noch Werbung für Bewegungen, die der legitimierten Propagandaindustrie den garaus machen wollen. Wie dem auch sei, reingucken lohnt sich. Und nächstes Mal schön brav das Kreuzchen irgendwo ganz weit oben auf der Liste machen, ne.
www.andi.nrw.de
Móti Ragnarokum
23.11.2009Das Cover liefert einen passenden Eindruck vom Stil. Idealerweise kann man das Album ganz legal über die Youtube-Seite des Künstlers herunterladen.
Christliche Momente
17.11.2009Fasse zusammen: Der Christ soll mit der Erde Muttervaterkind spielen und fängt am besten damit an, indem er den heiligen Geist aus den Bäumen prügelt. Da können wir nur noch beten für die Umweltschutzprojekte, für die sich christliche Organisationen engagieren.
Obwohl, wie viele gibt es davon schon...
Neuer Komik: Ökogebühr
14.11.2009Kommentare wie immer gerne hier
Neuer Komik: Herrenmenschen
09.11.2009Kommentare wie immer gerne hier.
Neuer Komik: Moralisch einwandfrei
08.11.2009Gedruckt: Das Mönchsdaumenkino
31.10.2009Mancher erinnert sich vielleicht noch an das Daumenkino, dass ich September 2008 für die Universität Basel zeichnete. Jetzt endlich ist das Teil als illustrierter Notizblock für die Erstsemestler in Druck gegangen und ich darf mich über die Belegexemplare freuen! Absolut fantastisch ist es geworden, mit Reklame im Innenteil und allem, applausapplaus!
Neue Illustration: Yggdrasil
25.10.2009Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass es mindestens tausendundeine, in Wahrheit millionenmalmehr verschiedene Darstellungen und Anordnungen des Weltenbaumes gibt. Ich persönlich bin eher der Ansicht, dass diese krampfhafte Verbildlichung das Thema gefährlich nahe an Religion respektive Idiotie bringt. Der Weltenbaum ist ein abstraktes Konzept und sollte in den Fantasiegeschichten bleiben, aus denen er stammt.
Religion für Aussteiger
18.10.2009"Erzählt die Bibel lauter Mythen?", fragt er. Die Menschen der Antike liebten Fantasiegeschichten, aber in der Bibel gehe es etwas anders zu. Antike? Ja genau, offensichtlich glaubt Herr W., Mythologie sei synonym zum alten Griechenland. Sofort legt er los mit den reißerischsten Geschichten, die er in seinen vergilbten Schulbüchern finden konnte. Wie Vater Uranos sich über Mutter Gaia hermacht, bevor Kronos dessen Pimmel absäbelt und aus dem Blut Rachegöttinen entstehen. Von göttlichen Vergewaltigungen, Zeugungen und Kannibalismus redet er. Ohne Kontext. Ohne Erklärung. Heidnische Hirngespinste halt. "Nur begrenzt unterhaltsam", nennt Herr W. das "Science-Fiction der Antike". Erdachte Geschichten seien sie, ohne Relevanz und Sinn, außer dem, "Einblicke in menschliche Abgründe" zu geben.
Aber die Bibel! Ohoho! Sie enthalte keine Mythen, oh nein, sie beanspruche "erlebte Geschichte" zu erzählen. Die biblischen Erzähler "belehren und bewerten". Ihre Geschichten mögen "maßlos übertrieben" sein, aber ihr Ursprung sei "aller Wahrscheinlichkeit nach" real, weiß der Hobbystatistiker W. und kommt zum Schluss: "Die Bibel erzählt, vor allem aber deutet sie reale Geschichte. Es geht ihr nicht um Mythen."
Herr W., ich bin baff. Halten Sie es wirklich für nötig, das Christentum mit einem zweitausend Jahre alten Heidentum zu vergleichen, ja es vor ihm zu verteidigen? Fühlen Sie sich von der griechischen Mythologie bedroht, löste es in Ihnen vielleicht verwirrende Gefühle der Begeisterung aus? Dann rate ich Ihnen nicht, sich mit der germanischen Geschichtensammlung zu befassen, durch dessen Nichterwähnung Sie Ihre völlige Ignoranz gegenüber unserer Kultur und Mythologien im allgemeinen bewiesen haben. Eine mächtige und lebendige Philosophie, die über ein Jahrtausend länger mit Namen praktiziert wurde und noch dazu aus unseren eigenen Breitengraden stammt, wird in ihrem Christengehirn sicher einen Kurzschluss auslösen.
Warum? Weil sogar das Wort Mythologie Ihren abergläubischen Verstand überfordert. Mythos heißt Erzählung und ist bescheiden genug, sich nicht als Belehrer und Bewerter zu verstehen, wie Sie selbst die Bibelautoren bezeichnen. Ist Ihnen, Herr W., einmal in den Sinn gekommen, dass man Geschichten von Gaia und Uranos erzählen kann, ohne an die Götter zu "glauben"? Trotz dieses fehlenden Glaubens handelt es sich nicht um harmlose Gute-Nacht-Geschichten, als die die heidnische Mythen von Leuten wie Ihnen gerne verstanden werden. Kein Heide ist so naiv, offensichtlich erfundene Geschichten wortwörtlich auszulegen, und genau hier sind Christen mit ihrem Latein am Ende, Herr W., denn sie begreifen nicht, dass heidnische Erzählungen über Ursprung, Sein und Werden der Welt nicht im geringsten den Anspruch auf wissenschaftliche Wahrheit erheben, nicht einmal "im Kern", wie Sie es von Ihren Bibelgeschichten zu glauben versuchen. Mythologien funktionieren auf einer Ebene, die zu verstehen Christen zu dumm und fantasielos sind. Das Heidentum, das griechische wie das germanische und alle anderen, vermittelt uns durch seine Lieder und Mythen ein stilles, implizites Wissen, nicht schrill schreiende Hau-drauf-Dogmen wie das Christentum. Es appelliert an die Stärke und Selbstständigkeit des Menschen, damit er inspiriert von Geschichten seinen Wertekompass selbst kalibrieren kann, eine Anforderung, an der Sie Christ erbärmlich scheitern.
Die biblischen Erzähler sollen reale Geschichte deuten? Das ist nicht lache. Sie erfinden Geschichten, predigen ihre hohle Moral und verkaufen das ganze Paket als unbestreitbare Wahrheit. Von Anerkennung geistiger Selbstverantwortung der Menschen keine Spur. Wenn Christen wenigstens die Skrupel hätten, die Basis ihrer Weltanschauung als Mythologie zu bezeichnen, dann könnte man über den konkreten Inhalt biblischer Lehren streiten. Aber offensichtlich tun Sie in Ihrem Artikel alles, um sich von den ach so niederen Fantasiegeschichten abzugrenzen und Placebowahrheiten zu verbreiten, und dafür verdienen Sie und ihre Mitgläubigen weder Respekt noch Toleranz.
Sie, Herr W., schreiben, dass Mythologien an keine historische Zeit gebundene Geschichten seien, und es Göttersagen und fantastische Fabelwesen wie die der alten Griechen in der Bibel nicht gäbe. Das stimmt. Sehen Sie sich mit diesen Einsichten einen Schritt näher Richtung Befreiung aus Ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit. Die dafür erforderliche menschliche Stärke werden Sie Christ vielleicht noch in sich entdecken, eventuell sogar während der Lektüre von Mythen und Geschichten über einen Weg, der älter ist als das Kreuz.
Brautingi
Referenz: Chrismon, 10/09, S.24-25
Neue Illustration(en)
11.10.2009Zwischendurch ein Gruppencomic
06.10.2009Ich habe in Jesus' Nase gebohrt!
04.10.2009Im Devotionaliengeschäft gab es übrigens neben glücklich guckenden Marienplastiken und weniger glücklichen Jesussen auch Kindermalbücher mit den blutigsten Szenen aus der Bibel. Unbezahlbar lustig.
Wahl 09 - Mit der zweiten stimmt man besser
21.09.2009Neuer Text - über Odalismus
13.09.2009
Ab sofort gibt's auf Kellerkomiks auch Texte! Der erste Aufsatz aus meiner Feder (Tastatur) namens Das Recht auf Identität - Von Odalismus und Anti-Speziesismus wird bis auf weiteres unter Illustrationen geparkt. Er handelt von Tier- und Menschenrechten in der Globalisierung aus der Sicht des Heidentums. Passend dazu die Illu in voller Auflösung. Viel Spaß!Zwischendurch ein Krümelbrot
05.09.2009Aber die Krümel tun nicht not.
Doch wär es nicht voll Krümelschrot,
dann wäre es kein Krümelbrot.
Neue Illustration
04.09.2009Der neue Comic von Rechtsaußen - Wer atmet noch geistige Klarheit
01.09.2009
Nicht zu fassen. Offensichtlich ist das Kellerkomik'sche Siegheil-Küken Trendsetter in Sachen politische Satire in Comics. Zum Wahlkampf 2009 haben die Jungen Nationaldemokraten nämlich gleich ein ganzes Album herausgebracht, in dem sie sich mal ganz selbstironisch mit politischem Federvieh selbst auf die Schippe nehmen, um zu zeigen "Hey, wir können auch locker". Anders kann man sich diese 28-seitige Klischeebombe nicht erklären.Wir erinnern uns noch an Ronny und Tina, die Helden im Begleitcomic der ersten Schulhof-CD. Ronny (in einer späteren Version Alex) trifft auf ein überfülltes Arbeitsamt, dann auf Zonen-Tina und den NPD-Stand. Schnellkurs in NPD-Ideologie, hart und heftig. Wie gewohnt halt.
Der neue rechtsextreme Wahlkampfcomic heißt "Enten gegen Hühner" und versucht sich ein bisschen subtiler. Da ist das friedliche Entenreich, das von den faulen geldgierigen Hühnern überrannt wird. Da sind fleißige aber naive Enten, die sich von den Hühnern das Schwimmen verbieten lassen, bis sie glauben, sie seien selber Hühner. Und schließlich gibt es da noch die schönen Gänse (später Schwäne), die die Hühner entgegen allen Entenwiderstandes herauszuprügeln versuchen, bis sie schließlich der Korruption der Hühner unterliegen und die ganze stolze Entenschar nach Norden auswandert, um ein neues Erpelimperium aufzubauen. Ach ja, und Krähen sind Gangsta-Rapper. Man könnte sagen, hier sei dämliche Judenfeindlichkeit und Extremismus auf jugendgerechtes Format gebracht, wenn der ganze Comic nur nicht in den schmerzvollsten Reimen geschrieben wäre, die jemals durch deutsche Telefonbuchsen gejagt wurden.
Liebe JN, ihr habt eure Optik aufgemotzt, schön für euch und Respekt an den Zeichner. Aber wen wollt ihr erreichen mit "mit Gackern und Schnattern begann es zu rattern: Schäm dich Ente, in die Ecke! Erpelstadt verrecke!"? Warum werden aus Gänsen plötzlich Schwäne? Was haben die Gänse überhaupt mit den Enten zu tun? Und auf wessen Seite ist eigentlich die Biedermeier-Ente mit dem Strickpullover? Plötzlich geht euer Comic in eine zusammenhangslose Reihe von Illustrationen und Symbolsalaten über. Man könnte schon Respekt zollen für die Virtuosität, mit der ihr den Stil historischer Propagandaplakate übernehmt. Aber oh nein, man sieht nur Hühner in Offizierskleidung, Marihuana rauchende schwule Erpel und Gangsta-Krähen, und deswegen kann man leider überhaupt nichts zollen. Und "Faschist" reimt sich leider auch nicht auf "versiehst", sorry.
Spätestens bei "Der Entenmutter kocht das Blut, sie atmet noch geistige Klarheit" muss man jedoch die satirischen Quälitäten dieses Werkes erkennen. Angeblich wollt ihr ja "verführen", "verlocken", "aufmarschieren" und "Parolen schwingen". Dabei wollt ihr nicht einmal verstanden werden. Erst recht nicht als Künstler.
Vielleicht solltet ihr euch in Sachen Wahlkampftaktik lieber an die braven Systemparteien halten. Die wollen weder verlocken noch Parolen schwingen und wissen noch, wie man den Wähler ernst nimmt. Wie zum Beispiel Daniel Meslien mit seinen SPD-Comics.
Ah ne, doch nicht.
Neuer Komik
29.08.2009
Nach der fast freiwilligen Sommerpause ohne Internet geht es jetzt wieder mit Schwung und Klasse weiter. Dieses mal mit einer Neuinterpretation von Dinner For One mit Hilse und Heinrich, die dem neuen Jahrtausend besser gerecht wird. Schaut rein, haut rein.Kellerkomiks auf maedchenblog
29.05.2009Einfach nach dem Begriff "kellerkomiks" suchen.
Neuer Komik
20.05.2009
Manchmal braucht man nur einen Taschenrechner, um die schönste Moral fragwürdig erscheinen zu lassen. Wie man zum Beispiel im neuen fünf-Seiter Gegenwartsbewältigung sieht.Jetzt wird zurückzensiert!
11.05.2009
Wie ihr hoffentlich schon alle wisst, versucht unsere Regierung derzeit ein Gesetz durchzubringen, dass die unkontrollierte Zensur des deutschen Internets durch das BKA ermöglicht.Als Liebhaber freier Meinung und Informationsbeschaffung habe auch ich ein Problem damit und nehme mit meiner Seite an der Aktion politiker-stopp teil. Grundidee ist die: Unsere Herrschenden haben offensichtlich keine Ahnung vom Internet und gehören damit wohl zu den "Internet-Ausdruckern". Das sind die Leute, die, anstatt sich selbst im Netz zu bewegen, die Netzinhalte von ihren Sekretären auf Papier ausdrucken lassen um sie zu lesen. Ab sofort geht dat mit Kellerkomiks nicht mehr.
Vergesst bitte nicht die Bundestagspetition zu unterschreiben. Viel Demokratie bleibt uns nicht, nutzen wir sie!
Neuer Komik
09.05.2009Neuer Einseiter
07.05.2009Ähnlich anregend aber komplett sinnfrei: Demonstration am Blumenbeet.
Was noch. Achso ja, eine kleine Konzeptzeichnung für drei Karaktere aus unserer Mythologie.
Haut rein.
Des SHKs dritter Comic und ein Osterwagen
14.04.2009
Lupinos epischer Schluss der Siegheil-Küken-Trilogie ist fertig: Wackygrad. Hat der Blick eines Auges jemals etwas schöneres gestreift? Gerüchten zufolge nein.
Außerdem gibt es frisch aus der Kellerschmiede ein unnötiges wiewohl buntes Osterbild. Ganz klassisch mit Hase, Hühner und Eier, aber eventuell erfreut sich der ein oder andere an der heidnisch angehauchten Komposition. Apropos: hier weiß man noch, wie Ostern richtig gefeiert wird, nämlich mit Wein, Weib, Gesang und Brandstiftung.
God Påske, wie man hier in Norwegen sagt, frohe Ostern und einen guten Start in die neue Lichtzeit.
Euer Keller de la Norge
Des Siegheil-Kükens zweiter Comic
04.04.2009Des Siegheil-Kükens erster Comic
01.04.2009Ein Araber auf einem Araber
25.03.2009Neuer Komik: Hilse und Heinrich
20.02.2009
Kennt ihr dieses merkwürdige ältere Pärchen, das in ungefähr jedermanns Nachbarschaft wohnt und, wenn es sich mal zeigt, das merkwürdigste Verhalten an den Tag legt? Dieses Pärchen hat jetzt einen Komik.Ein Landschaftsbild mehr
15.02.2009Bald gibt es wieder etwas Komikstoff, versprochen.
Kinotrailer: Reimar und Juliane
10.01.2009Euer Keller
Kellerkomiks neu im Netz!
31.12.2008
Pünktlich zum Julfest hat meine Seite eine Komplettrenovierung erfahren. Zu verdanken ist dies Matthias Mayr (siehe links), dem Zauberer an der Tastatur. Mein herzlicher Dank geht an ihn für diese wundervolle Netzpräsenz!Die wichtigsten Neuerungen:
- Viel altes Zeug habe ich rausgeworfen, aus verschiedenen Gründen. Ich vertrete daher nur die Werke, die aktuell auf der Seite zu finden sind, alles ältere ist nicht mehr Kellerstil, wenn man so will.
- Ab sofort findet ihr hier immer aktuelle Neuigkeiten, neue Werke, Veröffentlichungen, usw., so dass man nicht mehr nach neuem suchen muss.
- Ganz wichtig: Ab jetzt könnt ihr Kommentare zu einzelnen Bildern oder Komiks hinterlassen! Bitte scheut euch nicht, kleine oder große Texte zu schreiben. Ich freue mich auf jede eurer Reaktionen!
Zur Julzeit reinkarnieren nicht nur Netzseiten. Auch die Tage werden länger, deshalb gibt es heuer eine hundertprozentig weihnachtsmann- und christentumfreie Illustration von mir: Im Zeichen der Ewigkeit
Viel Spaß mit der neuen Seite, eine besinnliche Julzeit und ein donnerndes Ragnarök ins neue Sonnenjahr wünscht
euer Keller















