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verweise
Kellerkomik

Dezember 2008


Die Schrift ist eine konstruierte Mischform, die sich soweit wie möglich an das ältere nordische Futhark anlehnt. Für alle, die es nicht lesen können:

Freyrs Licht verbrennt
In Muspellheims Flammen.
Windzeit, Wolfszeit,
Julzeit in Midgard.

Der Fimbulwinter endet,
Die Schatten werden kürzer.
Das Rad dreht sich erneut
Im Reich der Sonne.


Der Text fasst sehr kurz die eigentliche Herkunft des abendländischen Julfestes (alias "Weihnachten") zusammen. Das Julfest markiert das Ende eines Jahreszyklus (daher den Mitwinter) und damit ein "Mini-Ragnarök", wenn man so will. Das Ragnarök ist in der Lieder-Edda die "Zeit des Windes und des Wolfes".
Freyr, Gott des Sonnenlichtes und der Fruchtbarkeit, wird von Surts Flammenschwert getötet (wahrscheinlich eine Metapher für das Rot am Himmel bei niedrig stehender Sonne, außerdem ist Muspellheim, dessen Herr Surt ist, im Süden, und die Sonne zeigt sich im Winter bekanntlich fast nur im Süden). Die endgültige Vernichtung der Sonne markiert das Ende der alten Welt und den Beginn der neuen, hier der Anfang der länger werdenden Tage. Die Sonne wird "wiedergeboren". Damit verbunden sind allerhand Tradtionen und Bräuche, die auch heute noch von vielen (den meisten?) Menschen in den germanischen Ländern praktiziert werden, mindestens in rudimentärer Form. Wie zum Beispiel:

- Der Weihnachtsmann (entweder Heimdall oder Wodan, die die Menschen an ihre Verpflichtung zu Walhall erinnern, nämlich die Selbstverbesserung durch ehrenvolle (dh. "gute") Taten)
- Der Adventskranz (ein symbolisch brennendes Strohrad (Sonnenrad) mit vier Speichen, Symbol für die vier Jahreszeiten)
- Der Weihnachtsbaum (früher wurden wurden nur einzelne Zweige von den immergrünen Bäumen abgeschnitten)
- Silvester (Darstellung des Ragnaröks, der letzten Schlacht, welche gleichzeitig den neuen Zyklus einläutet; die alten Germanen haben Feuerfeste und Schaukämpfe veranstaltet)
- Die guten Vorsätze (Eintreten in den neuen Zyklus in möglichst reiner Form, dh. Abstreifen alter und schlechter Gewohnheiten)

Teil des Ragnaröks ist der Fimbulwinter (in unserem Mini-Ragnarök der jährliche Winter). Er endet mit der Wiedergeburt der Sonne, also wenn das Sonnenrad seinen erneuten Kreislauf beginnt.
Das war war ungefähr am 21. Dezember, das neue Jahr beginnt also theoretisch schon dort. Und meiner Meinung nach hat heuer nicht das Jahr 2009 begonnen, sondern das Jahr 2000, weil sich eine angemessene nicht-christliche Zeitrechnung sinnvollerweise an der Varusschlacht im Jahr 9 n.Chr. orientieren könnte.

Ein gutes neues Jahr 2000 n.Hr. also! Mögen sich auch eure Räder weiter drehen.
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2 Kommentar(e)
Keller
23.11.2009 - 16:26:58
Gut, dass man das Gedicht mit einem Original verwechselt. Das habe ich nämlich selbst geschrieben ;)
Kellerfan
06.09.2009 - 23:48:13
Schönes Wortzitat aus dem Gesicht der Seherin. Schöne Zeichnung ebenfalls.