Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.

verweise

Religion für Aussteiger

BBImg

Das christlich-evangelische Szenemagazin "Chrismon" ist ja vor allem bekannt für seine herzerwärmenden Erfolgsgeschichten über Missionierungen in aller Herren dritte-Welt-Länder. Dabei gibt es auch zu Hause mit so manchen Wirrglauben aufzuräumen, findet wohl Kreuzzug-Frontberichterstatter Burkhard W. in der aktuellen Oktoberausgabe. Er erklärt uns in seinem Artikel "Religion für Einsteiger" endlich den Unterschied zwischen Mythologie und christlicher Wahrheit.

"Erzählt die Bibel lauter Mythen?", fragt er. Die Menschen der Antike liebten Fantasiegeschichten, aber in der Bibel gehe es etwas anders zu. Antike? Ja genau, offensichtlich glaubt Herr W., Mythologie sei synonym zum alten Griechenland. Sofort legt er los mit den reißerischsten Geschichten, die er in seinen vergilbten Schulbüchern finden konnte. Wie Vater Uranos sich über Mutter Gaia hermacht, bevor Kronos dessen Pimmel absäbelt und aus dem Blut Rachegöttinen entstehen. Von göttlichen Vergewaltigungen, Zeugungen und Kannibalismus redet er. Ohne Kontext. Ohne Erklärung. Heidnische Hirngespinste halt. "Nur begrenzt unterhaltsam", nennt Herr W. das "Science-Fiction der Antike". Erdachte Geschichten seien sie, ohne Relevanz und Sinn, außer dem, "Einblicke in menschliche Abgründe" zu geben.

Aber die Bibel! Ohoho! Sie enthalte keine Mythen, oh nein, sie beanspruche "erlebte Geschichte" zu erzählen. Die biblischen Erzähler "belehren und bewerten". Ihre Geschichten mögen "maßlos übertrieben" sein, aber ihr Ursprung sei "aller Wahrscheinlichkeit nach" real, weiß der Hobbystatistiker W. und kommt zum Schluss: "Die Bibel erzählt, vor allem aber deutet sie reale Geschichte. Es geht ihr nicht um Mythen."

Herr W., ich bin baff. Halten Sie es wirklich für nötig, das Christentum mit einem zweitausend Jahre alten Heidentum zu vergleichen, ja es vor ihm zu verteidigen? Fühlen Sie sich von der griechischen Mythologie bedroht, löste es in Ihnen vielleicht verwirrende Gefühle der Begeisterung aus? Dann rate ich Ihnen nicht, sich mit der germanischen Geschichtensammlung zu befassen, durch dessen Nichterwähnung Sie Ihre völlige Ignoranz gegenüber unserer Kultur und Mythologien im allgemeinen bewiesen haben. Eine mächtige und lebendige Philosophie, die über ein Jahrtausend länger mit Namen praktiziert wurde und noch dazu aus unseren eigenen Breitengraden stammt, wird in ihrem Christengehirn sicher einen Kurzschluss auslösen.

Warum? Weil sogar das Wort Mythologie Ihren abergläubischen Verstand überfordert. Mythos heißt Erzählung und ist bescheiden genug, sich nicht als Belehrer und Bewerter zu verstehen, wie Sie selbst die Bibelautoren bezeichnen. Ist Ihnen, Herr W., einmal in den Sinn gekommen, dass man Geschichten von Gaia und Uranos erzählen kann, ohne an die Götter zu "glauben"? Trotz dieses fehlenden Glaubens handelt es sich nicht um harmlose Gute-Nacht-Geschichten, als die die heidnische Mythen von Leuten wie Ihnen gerne verstanden werden. Kein Heide ist so naiv, offensichtlich erfundene Geschichten wortwörtlich auszulegen, und genau hier sind Christen mit ihrem Latein am Ende, Herr W., denn sie begreifen nicht, dass heidnische Erzählungen über Ursprung, Sein und Werden der Welt nicht im geringsten den Anspruch auf wissenschaftliche Wahrheit erheben, nicht einmal "im Kern", wie Sie es von Ihren Bibelgeschichten zu glauben versuchen. Mythologien funktionieren auf einer Ebene, die zu verstehen Christen zu dumm und fantasielos sind. Das Heidentum, das griechische wie das germanische und alle anderen, vermittelt uns durch seine Lieder und Mythen ein stilles, implizites Wissen, nicht schrill schreiende Hau-drauf-Dogmen wie das Christentum. Es appelliert an die Stärke und Selbstständigkeit des Menschen, damit er inspiriert von Geschichten seinen Wertekompass selbst kalibrieren kann, eine Anforderung, an der Sie Christ erbärmlich scheitern.

Die biblischen Erzähler sollen reale Geschichte deuten? Das ist nicht lache. Sie erfinden Geschichten, predigen ihre hohle Moral und verkaufen das ganze Paket als unbestreitbare Wahrheit. Von Anerkennung geistiger Selbstverantwortung der Menschen keine Spur. Wenn Christen wenigstens die Skrupel hätten, die Basis ihrer Weltanschauung als Mythologie zu bezeichnen, dann könnte man über den konkreten Inhalt biblischer Lehren streiten. Aber offensichtlich tun Sie in Ihrem Artikel alles, um sich von den ach so niederen Fantasiegeschichten abzugrenzen und Placebowahrheiten zu verbreiten, und dafür verdienen Sie und ihre Mitgläubigen weder Respekt noch Toleranz.

Sie, Herr W., schreiben, dass Mythologien an keine historische Zeit gebundene Geschichten seien, und es Göttersagen und fantastische Fabelwesen wie die der alten Griechen in der Bibel nicht gäbe. Das stimmt. Sehen Sie sich mit diesen Einsichten einen Schritt näher Richtung Befreiung aus Ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit. Die dafür erforderliche menschliche Stärke werden Sie Christ vielleicht noch in sich entdecken, eventuell sogar während der Lektüre von Mythen und Geschichten über einen Weg, der älter ist als das Kreuz.

Brautingi
(Oktober 2009)




Referenz: Chrismon, 10/09, S.24-25
Name:
Kommentar:
Sicherheitscode:
 
1 Kommentar(e)
Noze
25.06.2010 - 13:21:55
Der Artikel scheint mir etwas vorurteilsbehaftet und einseitig. Welchen Schwachsinn auch immer dieser Herr W. predigt spricht er doch sicher nicht für "die Christen". Mir hat man im katholischen Religionsnterricht von bilischen Mythen und heidnischen Einflüssen erzählt. Katholisch heißt "allumfassend" und Jesus ist niemand, der über anderer Leute Glauben einfach drüberfährt. Man denke nur an all das heidnische Erbe im Volksglauben.